Kendo
Ken = Schwert / Do = Weg (japanisch) In der japanischen Geschichte war das Schwert ein politisches Statussymbol der kaiserlichen Beamten und später der Samuraiklasse. Es ist Teil der drei heiligen Amtsinsignien des japanischen Kaisers, und hat damit auch eine religiöse Bedeutung. Der mythologischen Überlieferung des Shinto gemäß wurde es über den Enkel der Sonnengöttin Amaterasu dem Prinzen Yamato übergeben. Das Schwert war für den Samurai ein Zeichen seines Mutes und seiner Ehre. Es war ein wertvoller Besitz, dem göttliche Kräfte zugesprochen wurden. Entsprechend entwickelte sich die Schmiedekunst. Die Klingen wurden mit Schriftzeichen und Gravuren verziert. Schwertschmiede genossen hohes Ansehen. Das Herstellungsverfahren für die Schwerter wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben, es ist immer noch geheim. Bereits im 16. Jahrhundert begann unter dem Einfluss des Zen der Wandel vom kriegerischen Kenjutsu zum Kendo, dem friedlichen "Weg des Schwertes". Heute ist Kendo eine weltweit verbreitete Sportart, die in Japan auch an Schulen unterrichtet wird. Gerd Wischnewski, "der Samurai mit den blauen Augen", war von 1963 bis 1965 Schüler von Morihei Ueshiba, und brachte Kendo und Aikido aus Japan nach Deutschland. Er organisierte beide Kampfkünste im Deutschen Judo-Bund und wurde 1966 zum Bundestrainer bestellt. Mit dem Shinai, dem aus vier Bambusstreifen zusammengebundenen Übungsschwert werden, wie in allen klassischen Kampfkünsten, festgelegte Stellungen geübt. Die Techniken sind in zwei Gruppen unterteilt, die Grundtechniken und die angewandten Techniken, die aus der alten Kenjutsu-Tradition übernommen wurden. Heute werden nur noch sieben Schläge und ein Stich ausgeführt. Mehrmals im Jahr finden Lehrgänge mit japanischen Meistern und Wettkämpfe statt.